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Naturbad: Aktuell -- Besucher (geschlossen)

Geschichte

Politische Geschichte

Im jungen Königreich Bayern wurden aus den im Jahre 1808 gebildeten Steuergemeinden die politischen Gemeinden im heutigen Stil gebildet und mit kommunaler Autonomie ausgestattet. Damals wies der Ort Vierkirchen etwa 350 Einwohner auf. Im Jahre 1900 lebten 565 Menschen in Vierkirchen. Den größten Sprung in der Bevölkerungsvermehrung weist die relativ kurze Zeit von 1939 (643) bis 1945 (1041) auf. Die Wohnbevölkerung nahm besonders in den bahnnahen Orten Vierkirchen, Pasenbach, Esterhofen und Ramelsbach zu. Durch die Gebiets- und Gemeindereform weist heute die Gemeinde rund 4700 Einwohner auf.

Früher war der Ort Vierkirchen vornehmlich landwirtschaftlich orientiert. Treffpunkt der Bauern und Bürger war von altersher die damalige Dorfschmiede in der Mitte der Ortschaft.

Ab 1960 setzte ein unaufhaltsamer Trend zur Großgemeinde ein. Siedlungsgebiete entstanden, der ländliche Charakter wurde nach und nach zurückgedrängt. Der Ausbau der Infrastruktur war eine wesentliche Aufgabe in den letzten 15 Jahren. Es folgte der Bau der Kanalisation mit Kläranlagen, die zentrale Wasserversorgung, Ausbau der Ortsverbindungsstraßen und sonstigen Gemeindestraßen. Von großer Bedeutung und eine erhebliche Wertsteigerung ist der S-Bahn-Anschluss. Durch diese günstige Verkehrslage steigt die Nachfrage nach Baugrundstücken und Wohnungen stets.

Die Lebensqualität wurde mit der Schaffung diverser Infrastruktureinrichtungen enorm verbessert. Mit einer vorausschauenden, weitsichtigen Politik hat Vierkirchen bereits frühzeitig die Wichtigkeit einer örtlichen Versorgung der Gemeindebewohner mit Gütern und Diensten erkannt. Die Gemeinde wird unterstützend mithelfen, das Innovationspotential der kleineren und mittleren Betriebe zu aktivieren, um eine ausgewogene Bevölkerungs- und attraktive Arbeitsplatzstruktur zu erhalten.

1972 traten erstmals politische Gruppierungen bei der Gemeinderatswahl auf.

In den 70er Jahren wurde dann die Gebietsreform aktuell. Die Zeichen der Zeit wurden richtig gedeutet und so erfolgte der Zusammenschluss mit den Nachbargemeinden Pasenbach (1971) und Giebing (1972). Biberbach kam zu Röhrmoos, die damaligen Ortsteile Milbertshofen und Wiedenhöfe zu Vierkirchen. Damit erreichte Vierkirchen den Charakter eines echten Mittelpunktes.

Im Jahre 1978 wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform die Verwaltungsgemeinschaft mit Weichs begründet. Beste Harmonie zwischen den beiden Gemeinden ermöglichte eine fruchtbare und faire Zusammenarbeit. Aber auf Grund einer Korrektur zur Gebietsreform wurde zu Beginn 1980 die Trennung im beiderseitigen Einvernehmen vollzogen.

Folgende infrastrukturelle Einrichtungen wurden in den nächsten Jahren realisiert:

1972

Esterhofen wird S-Bahn-Station, Bau der Bahnunterführung

1975

Aufstellung Flächennutzungsplan

1976

Einleitung und Beginn der Flurbereinigung und Kindergartenbau im Pfarrhofgelände

1979

1200-Jahr-Feier, Ehrenbürgerschaft für Pfarrer Wolfgang Lanzinger

1980

Einweihung der neuen Schule

1985

Umbau Kläranlage Vierkirchen, Bebauungsplan Gewerbegebiet

1986

Erweiterung Kindergarten, Einweihung Sportheim

1988

Bauhof, Feuerwehrhaus Pasenbach und Gerätehaus Giebing errichtet

1989

Erweiterung Schule

1991

Vereinshallenbau, Rathausneubau

1990

1. Erweiterung Gewerbegebiet

1991

Vereinshallenbau, Rathausneubau

1992

Neubau Feuerwehrhaus Vierkirchen, Fertigstellung von fünf Sozialwohnungen

1993

Umgehungsstraße Pasenbach, Einweihung Kindergarten Villa Kunterbunt

1995

Friedhofserweiterung Vierkirchen

1996

Umgehungsstraße Vierkirchen, Beginn Erschließung Einheimischen-Modell, 2. Erweiterung Gewerbegebiet, Spatenstich für die Zentralkläranlage, Einrichtung Mittagsbetreuung

1997

Inbetriebnahme der Zentralkläranlage Jedenhofen, Bau einer Minigolfanlage, Verabschiedung neuer Flächennutzungsplan mit integriertem Landschaftsplan, Übernahme von 45 ha Biotopflächen, Grundsatzbeschluss zur Umsetzung der Agenda 21

1999

Umbenennung S-Bahnhaltepunkt in Vierkirchen-Esterhofen, Beschluss zur Partnerschaft mit Genazzano

2000

Baubeginn ICE-Trasse, Erdgasanschluss, Partnerschaft mit Genazzano

2001

Einstellung Jugendpflegerin, Eröffnung Jugendheim

2002

Fertigstellung Fußgängertunnel Esterhofen, Beginn Umgestaltung P&R Plätze Esterhofen, Baubeginn Naturbad, Erteilung Planungsauftrag Dreifachsporthalle, Errichtung Gehweg Giebing

2003

Baubeginn Dreifachsporthalle (Josef-Wallner-Halle)

2004

Eröffnung Naturbad, Fertigstellung Josef-Wallner-Halle, 3. Erweiterung Gewerbegebiet

2005

Partnerprojekt Bundesgartenschau in München (BUGA 2005), Vierkirchen gehört zu einer Reihe von Orten im Münchner Umland, die mit Außenprojekten bei der BUGA 2005 vertreten sind. Die Besucher können dabei auf mehreren Wanderwegen alte Hohlwege, das Naturbad, einen Rodel- und Aussichtsberg sowie einen Baum- und Gehölzweg entdecken.

2006

Firma KMPT AG siedelt von München nach Vierkirchen um.

2007

Durchführung des Kommuneprojektes (Schwerpunktthemen: Lebenslanges Lernen, Bürgerschaftliches Engagement, Netzwerkmanagement)

2008

Modernisierung der Zentralkläranlage Jedenhofen, Eröffnung Kinderhort I

2009

Neubau Glonnbrücke Jedenhofen, Erweiterung Naturbad mit Beachvolleyballfeld, Eröffnung Kinderhort II, Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Bauhofdach, Erweiterung des Gewerbegebiets „An der Röhrmooser Straße“, Verlegung des Recyclinghofs, Ehrenbürgerschaft für Canisius Großmann Neuhäusler

2010

Errichtung einer Freiflächenphotovoltaikanlage, Erweiterung des Naturbads (Schachbrett, Piratenschiff), Neugestaltung des Pausenhofs an der Grundschule, Bau des Wasserspielplatzes Giebing

2011

Eröffnung der Tankstelle, Neubau der Kultur- und Vereinshalle Pasenbach, Eröffnung von Kinderkrippe, Seniorenwohnpark, Hotel und Café, Realisierung der Breitbandversorgung

2012

Ausbau der Kreisstraße DAH9 mit Anbau eines Geh- und Radweges zwischen Rettenbach-Giebing, Errichtung/Neubau der Jugendausbildungsstätte am Naturbad, Energetische Sanierung der Grundschule

2013

Realisierung der Breitbandversorgung Kammerberg-Giebing

2014

Neubau des Pfarrkindergartens mit Pfarrsaal, Ehrenbürgerschaft für Hermann Aigner

2015

Eröffnung des Leonhardi-Schaudepots in der Kultur- und Vereinshalle, Neubau des Jugendplatzes mit Skateranlage und Streetballfeld, Verlegung der Minigolfanlage, Neubau des Feuerwehrhauses in Giebing, Projektjahr „Vierkirchen summt“, Neubau Kinderbecken Naturbad, Initiative „Helferkreis Asyl“ wird gegründet, Ehrenbürgerschaft für Heinz Eichinger

2016

Fertigstellung der Erschließung Baugebiet Giebing Hochwald-/ Keltenstraße, Bezug der neuen Räumlichkeiten Bürgerbüro, Bücherei geht „online“, Beginn Projekt „Wohnungsbau freier Markt und soziale Förderung“ Sparkasse

2017

Baubeginn Kinderhort, Einweihung Fledermausturm, Neubau Maschinen- und Splithalle am Bauhof

2018

Fertigstellung stationäre Klärschlammentwässerung, Abschluss Neubau Micronova, Installation Mähroboteranlage im Naturbad, Ausbaubeginn durch die Deutsche Glasfaser, Fertigstellung Kinderhort, Ehrenbürgerschaft für Johann Nefzger

2019

Fertigstellung Ausbau Deutsche Glasfaser und Telekom, Fertigstellung Sozialer Wohnungsbau im neuen Sparkassengebäude, Neugestaltung des Pausenhofs an der Grundschule

2020

Beginn Neubau Kindergarten, Neuaufbau Piratenschiff und Neubau Stege im Naturbad

Heute umfasst die Gemeinde folgende Ortschaften:

Jedenhofen, Pasenbach, Esterhofen, Vierkirchen, Ramelsbach, Rettenbach, Giebing, Milbertshofen, Gramling, Ober-, Mitter- und Unterwiedenhof.

Ein reges Vereinsleben mit über 30 Vereinen zeugt von einem großen Zusammengehörigkeitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger. Für ein umfassendes Freizeit- und Erholungsangebot ist gesorgt. Eine maßvolle Entwicklung unserer Gemeinde, bei der die Identität erhalten bleibt, mit der die Infrastruktureinrichtungen Schritt halten sowie ein unternehmer- und geschäftsfreundliches Klima und eine ökologisch verantwortungsbewusste Handlungsweise sind die Prämissen für unsere bürgernahe Kommunalpolitik.

Über die ersten Bürgermeister der Gemeinde Vierkirchen ist nichts mehr aktenkundig. Mit der Einführung des Standesamtsregisters sind auch die jeweiligen Gemeindevertreter ab 1876 überliefert: 1876 Landwirt Kugler (Zinsbauer) und Josef Sedlmayr, 1879 Josef Ettl (Neumair, er führte die 1100-Jahr-Feier durch), 1882 Hans Mayr (Reischlbauer), 1893 Thomas Bertold (Reindl), 1906 Benno Sigl (Deiglbauer), 1922 Michael Müller (Michemandl), 1933 Josef Bestle (Schmied und erstmals ein Nichtlandwirt), 1940 Hans Ziegler (Zinsbauer), 1945 wieder Michael Müller, 1946 Landwirt Johann Eichinger, 1952 wieder Hans Ziegler, 1960 Hans Bestle (Schmiedemeister), 1978 Landwirt Canisius Großmann-Neuhäusler. Seit 1996 Heinz Eichinger (vormals Polizeibeamter, seit 2002 erstmals hauptamtlicher Bürgermeister).

Esterhofen

Esterhofen dürfte viel jünger sein als die übrigen Ortsteile, Weiler und Einödhöfe und taucht erst 1381 aus seiner unbekannten Geschichte auf. Der Ortsname deutet enge Beziehungen zu Pasenbach an, bedeutet er doch Hof oder Höfe östlich des Mutterdorfes Pasenbach. Diese enge Beziehung zeigt auch noch die Erstnennungsurkunde vom September 1381, nach der Hans der Biburger, der gleichzeitig in Rettenbach begütert war, dem Kloster Indersdorf den Groß- und Kleinzehet ze Bäzenbach und ze Österhofen um 12 Pfund Regensburger Pfennige verkaufte. Im Spätmittelalter gelangte dann fast ganz Esterhofen unter die Grundherrschaft Münchner Bürger. Bis über die Zeit des Bahnbaus hinaus blieb Esterhofen ein Weiler mit fünf Anwesen. 1823 hatte er 29 Einwohner, 1879 waren es 35 Einwohner.

Die Bahn wollte niemand haben, weder Weichs noch Vierkirchen. So legte man den Verlauf der Schienen zwischen die Ortschaften, Esterhofen kam unfreiwillig zum Zuge! 1868 wurden hierfür 30 Tagwerk landwirtschaftliche Nutzflächen der Reichsbahn übereignet. Die Bahnhofsrestauration entstand mit dem Bau der Haltestelle und wurde 1910 von der Familie Großmann angekauft. Als Siedlungsgebiet wurde Esterhofen nach dem Bau der S-Bahn 1972 interessant. Für den Ortsteil und die gesamte Gemeinde war die Errichtung der Unterführung im Jahre 1973 von großer Bedeutung.

Inzwischen erfolgte auf Initiative des Bürgermeisters die Umbenennung des S-Bahn-Haltepunktes in Vierkirchen-Esterhofen. Derzeit läuft der ICE-Trassenausbau auf Hochtouren. Dabei wurde seitens der Gemeinde ein Fußgängertunnel errichtet, der bereits benutzbar ist.

Jedenhofen

Jedenhofen (wie Ramelsbach und drei Anwesen in Rettenbach) gehörten bis 1802 zu der Landzunge, die das Landgericht Kranzberg über die Glonn hinweg in das Landgericht Dachau streckte. Die Anfänge von Jedenhofen dürften in das 9. Jahrhundert fallen. Erstmals wird der Ort in einer Urkunde zwischen 948 und 957 genannt. Um 1500 sind bereits neun Anwesen vorhanden. Interessant ist die Entwicklung des Fischeranwesens. Um 1500 wird es als Lehen aufgeführt, wie auch 1760. 1812 aber gehören zu dem Hof, den Nikolaus Berthold bewirtschaftete, 55 Tagwerk. Das Jedenhofener Kirchlein wurde erst kürzlich restauriert.

Ramelsbach

Die Erstnennung von Ramelsbach fällt ebenfalls bereits ins 9. Jahrhundert. Das damals geschriebene Hrammespah und auch Rammespah im 10. Jahrhundert haben die Bedeutung von Rabenbach. Bis 1802 gehörte Ramelsbach zum Landgericht Kranzberg. Die Freisinger Domkirche, der Bischof Arnold sowie verschiedene Grundherrn (die Kammerberger und Münchner Bürger) und das Kloster Indersdorf waren Besitzer von Ramelsbach.

1665 kaufte die Hofmark Hohenkammer vom Kloster einen Hof, den Lamplhof, so dass nurmehr der Königshof (Sigl) im Eigentum Indersdorfs blieb. 1823 lebten hier zwei bäuerliche Familien mit 21 Menschen. Die schönsten Felder wurden durch Pfarrer Dr. Zailer aufgekauft und später den Pfarrpfründen einverleibt.

Ramelsbach hat durch das Einheimischenmodell einen enormen Zuwachs zu verzeichnen. Bis 1971 wurde Ramelsbach mit zwei m geschrieben. Warum danach nur noch mit einem m bleibt ein Rätsel. Es ist zu vermuten, dass der ehemalige Gemeindesekretär Xaver Endres die Änderung einfach aus Bequemlichkeitsgründen selbstständig vornahm. Seine unbefriedigende Auskunft diesbezüglich, sowie sein verschmitztes Lächeln lassen dies vermuten.

Milbertshofen

Der Weiler wird erstmals 783 als Muniperhteshofun und um 1200 Milbretshouen bei den Höfen des Munipercht genannt. In alter Zeit zinsten die großen Höfe an das Heilig-Geist-Spital München (im Tal) und das Domcapitel Freising.

Die Wiedenhöfe

Während der Oberwiedenhof seine urkundliche Erstnennung schon im Jahre 972 als Arnolteshovun (Hof des Arnold) erfährt, werden Mitterwiedenhof und der Unterwiedenhof 1090 als Winnenhoven erstmals erwähnt. Ob die Deutung Höfe auf der Weide richtig ist, bleibt offen. Alle drei Höfe dürften im 10. Jahrhundert errichtet und gerodet worden sein. Als Besitzer treten niedere Adelige, das Kloster Indersdorf sowie Kammerberger und Münchner Bürger auf.

Die frühere Gemeinde Pasenbach

Auch Pasenbach dürfte eine Rodung des 8. Jahrhunderts sein, eine Siedlung am Bach eines Paso. Aus der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 819 ist nachzulesen, dass der Kleriker Tozi seinen Besitz in Pasinpah der Freisinger Domkirche geschenkt hat. Im 12. Jahrhundert kam ein Teil Pasenbachs an das Kloster Indersdorf sowie an die Herren von Daxberg, u.a. tritt ein Ulricus de Dachsperch auf. Anfang des 15. Jahrhunderts starb das Geschlecht der Dachsperger aus.

Schloss und Hofmark Pasenbach

Das Erbe tritt ein Münchner Bürgergeschlecht an. 1432 ist ein Gericht zu Pasenbach erwähnt, 1440 wird Pasenbach als Hofmark bezeichnet. Die Hofmark kam am Anfang des 16. Jahrhunderts in den Besitz des Münchner Patriziergeschlechts der Barth, welche bis Anfang des 19. Jahrhunderts ansässig blieben.

Der letzte Barth hatte eine Tochter, welche um 1810 den bayerischen Leutnant Rudolf von Rechthaler heiratete.

Danach erwarb Graf Spreti von Unterweilbach den Besitz in Pasenbach, der wiederum 1843 an den Bauern Franz Grahamer verkaufte. Nun wurde das Schloss abgebrochen, die restlichen Gebäude landwirtschaftlich genutzt. Damit war das Ende der Hofmark Pasenbach besiegelt.

Als in Bayern zu Beginn des 19. Jahrhunderts politische Gemeinden gebildet wurden, wurde auch Pasenbach eine selbstständige Gemeinde. 1971 wurde die Selbstständigkeit freiwillig aufgegeben und es erfolgte der Anschluss an Vierkirchen. Nachdem vier Jahre später die Kanalisation fertiggestellt war, setzte in der vormals landwirtschaftlich strukturierten Ortschaft eine rege Bautätigkeit ein. Bis zum heutigen Tag wahren die Pasenbacher eine gewisse eigene Tradition, welche für ein abwechslungsreiches und interessantes Dorfleben sorgt. Seit 1994 findet wieder der traditionelle Leonhardiritt mit Pferdesegnung statt. Seit 2011 stehen die Motivwagen des Leonhardirittes in einer neu erbauten Halle, in der auch das Schaudepot eingerichtet ist.

Rettenbach

Rettenbach wird erstmals im August 852 genannt, als der Freisinger Bischof Erchanbert dem Edlen Hitto in Assenhausen 126 Joch Acker, Wiesen und Wald vertauschte gegen einen Teil des Erbes dieses Edlen im gleichen Ausmaß in Rotinpah. Rettenbach, das aus Rotinpah, Rotbach über Röttenbach zur heutigen Schreibform fand, bedeutet Rodung am Bach. Verschiedene Adelige und Edle waren danach Besitzer von Rettenbach und tätigten u.a. Tauschgeschäfte mit dem Freisinger Bischof. Anfang des 13. Jahrhunderts übereignete der wittelsbachische Ministeriale Heinrich von Chramsberche (Kranzberg) Grundbesitz dem Kloster Weihenstephan.

Um 1500 waren 13 Anwesen in Rettenbach zu verzeichnen. Rettenbach konnte bis heute weitestgehend seinen bäuerlichen Charakter erhalten. Südlich der Dorfstraße wurde ein Baugebiet realisiert.

Die frühere Gemeinde Giebing mit Gramling

Giebing ist wie Gramling (früher Gramilingen) vermutlich etwa im 9. oder 10. Jahrhundert entstanden, obwohl eine urkundliche Nennung aus dem Jahre 1123 stammt. Im 12. Jahrhundert lässt sich in Giebing ein Adelsgeschlecht nachweisen, das im Dienst der Dachauer Grafen und später der Wittelsbacher Herzöge stand. Die frühesten nachweisbaren Giebinger Grundherren waren die Kammerberger.

Hofmark Giebing

Diverse Besitzerwechsel der Hofmark sind bis Anfang des 19. Jahrhunderts zu verzeichnen. Das Giebinger Schloss wurde bereits 1804 wegen Baufälligkeit abgebrochen. 1833 kaufte Freiherr von Vequel die Gräflich Haßlangsche Hofmark. Die Freiherren von Vequel hatten kurz vorher bereits die Hofmark Kammerberg erworben und blieben bis heute die Schlossherren von Kammerberg. Seine Selbstständigkeit verlor Giebing 1972 durch die Eingliederung nach Vierkirchen.

Die gesamten geschichtlichen Darstellungen – Verfasser Heinz Eichinger – wurden zum Teil der Festschrift 1200 Jahre Vierkirchen 779 – 1979, herausgegeben von Dr. Gerhard Hanke, entnommen.

Kirchengeschichte

Vierkirchen (ahd. Feohtkirha), 14 Kilometer nördlich von Dachau, zwischen Amper und Glonn gelegen, eingebettet in grüne Fichtenwälder und saftige Wiesen, begegnet uns erstmals 820. Damals finden wir in einer Urkunde die älteste ausdrückliche Nennung Vierkirchens. Den Namen Vierkirchen findet man nirgends mit dem Sinne von vier Kirchen verbunden. Auf der quellenreichen Anhöhe, auf der sich die Ortschaft erstreckt, haben sich zu keiner Zeit vier Kirchen befunden. Eventuell ist der Name eine falsche Deutung von der Kirche bei der Fichte (daher Feohtkiriha = Fichtenkirche).

Möglicherweise wurde die Pfarrei Vierkirchen bereits um das Jahr 779 unter Bischof Aribo (764-784) fest abgegrenzt. Auf diese Annahme gestützt, wurde dann auch vor über 200 Jahren, genau im Jahre 1779, in Vierkirchen das 1000jährige sowie 1879 das 1100jährige Jubiläum gefeiert. Schon aus den damals durchgeführten Feiern heraus kann eine traditionelle Berechtigung der 1200-Jahr-Feier im Jahre 1979 abgeleitet werden.

Der Ort Vierkirchen kann nach geschichtlichen Recherchen im 8./9. Jahrhundert nicht groß gewesen sein. Aber er war vermutlich sowohl für den weltlichen Amtsträger (den Grafen), wie auch für den Bischof ein wichtiger, vielleicht sogar zentraler Versammlungsort. Ob Vierkirchen damals bereits ein fester Gerichtsplatz war, kann nicht eindeutig belegt werden.

Zurück zur geschichtlichen Ersterwähnung. Im Jahre 820 kommt ein Laie namens Reginhelm nach Vierkirchen, wo Bischof Hitto von Freising offenbar eine große Versammlung abhält. Dieser Reginhelm übergibt dem Bischof hier den Besitz seines verwandten Onkels Kaganhart, der seinen Tod nahekommen sah. Dabei überträgt er dem Bischof auch das Söhnchen Kaganharts zum Schutze und zur Frömmigkeit, d.h. also wohl zur geistlichen Erziehung.

Bereits im Februar 823 tritt Vierkirchen schon deutlicher ins Licht: Eine adelige Matrone namens Cozilt erneuert eine Schenkung zu Vierkirchen, nämlich alles, was sie im Weiler (vicus) Vierkirchen gehabt hatte an Mancipien (= unfreien Landarbeitern), an Gebäuden und an Land. Vierkirchen bietet dabei eine der frühesten Erwähnungen des Dienst- und Amtsbereiches eines bayerischen Grafen. In der o.a. Schenkung wird nämlich eigens festgehalten, die Kirche Vierkirchens liege in ministerio Liutpaldis comitis, d.h. im Amtsbereich des Grafen Luitpald.

828 im Dezember wird wiederum Besitz an die Erlöserkirche bzw. Salvatorkirche zu Vierkirchen geschenkt. Diesmal übergibt ein Priester namens Ekkihard seinen Besitz zu Reod (= wohl Ried bei Oberbachern). In dieser Urkunde wird erwähnt, dass die Erlöserkirche bzw. Salvatorkirche zu Vierkirchen der Domkirche zu Freising untersteht. Es handelt sich also vermutlich nicht mehr um eine adelige Eigenkirche.

Bei diesen Schenkungen stehen sich jeweils zwei Partner gegenüber, die auf die allgemeinen Verhältnisse jener Zeit einen mächtigen Einfluss ausübten: Die Angehörigen einer Grundherrenschicht, des Adels, die so vermögend waren, dass sie Teile ihres Besitzes an die Kirche schenken konnten und auf der anderen Seite die Kirche mit dem Bistum Freising, zu der die St.-Salvator-Kirche zu Vierkirchen gehörte. Eigentlich waren damals nur Domkirchen und Klosterkirchen dem heiligen Erlöser geweiht. Also muss die Vierkirchner Kirche eine wichtige Kirche des Bischofs gewesen sein. Da aber Adelige an diese freisingische Eigenkirche weiterhin schenken, werden sie ein besonderes Verhältnis zu dieser Kirche gehabt haben.

Es bleibt zu vermuten und anzunehmen, dass ihre Vorfahren diese Kirche einst gegründet, aus Fichtenholz gezimmert und aufgebaut oder aber im ehemaligen Fichtenwald errichtet haben, also Feohtkiriha = Fichtenkirche.

Im oberbayerischen Archiv sind auch die Namen

  • Feohtkiricha,
  • Feochtkyricha,
  • Fichtkiriha und
  • Viechtkirchen

nachzulesen.

Außerdem sind zwischen 1150 und 1160 in den Indersdorfer Urkunden ein edles Geschlecht Viechkirchen festgehalten. Auch ein Dietrich der Vichtkircher – er war 1375 Richter in Kranzberg – und ein Isegrim de Viechkirchen sind nachzulesen. Das Wappen dieser Edlen spiegelt das heutige Gemeindewappen (Storchenkopf und -hals) wider.

Die erste Beschreibung des Pfarrsprengels von Vierkirchen datiert vom Jahre 1315 unter dem Freisinger Bischof Konrad III. Es gehörten zur Pfarrei Vierkirchen neun Gotteshäuser (Filialkirchen Kammerberg, Viehbach, Biberbach, Rudelzhofen, Riedenzhofen und die Kapellen Rettenbach, Jedenhofen, Albertshof und Giebing).

Die nächste Beschreibung stammt aus dem Jahre 1524 in den Sunderndorferischen Matrikeln. Es werden fünf Filialkirchen gemeldet, St. Johann Baptist von Kammerberg, St. Laurentius in Viehbach, St. Martin in Biberbach, St. Peter und Paul in Rudelzhofen, St. Lambert in Riedenzhofen. Kapellen sind benannt mit St. Leonhard in Pasenbach, St. Nikolaus in Jedenhofen, St. Nikolaus in Rettenbach, St. Michael in Giebing und St. Georg im Schloss Kammerberg.

Keine einzige Pfarrei des Dekanates Dachau kann seine Pfarrherren so weit zurückverfolgen wie Vierkirchen.

1279

Erster Seelsorger war Meinhard von Seefeld.

1292

Degenhard von Seefeld, er war als Freisinger Domherr „Kirchherr zu VIECHKIRCHEN“ genannt.

1381

wird ein Pfarrvikar Heinrich in Vierkirchen genannt.

1483

Pfarrer Hanns Groß, Pfarrer zu Vierkirchen.

1553

Pfarrer Vitus Paumgartner (starb 1588, Epitaph= Grabplatte heute noch in Vierkirchen vorhanden).

1739

Pfarrer Johann Georg Gröbmaier

1762 – 1767

wurde unter Pfarrer Gröbmaier die noch heute stehende Pfarrkirche erbaut. Krönung seines Lebens: die 1000-Jahr-Feier von Vierkirchen im Jahre 1779. Er starb im Dezember 1779, war 40 Jahre lang Pfarrer von Vierkirchen.

1779 – 1790

Pfarrer Johann Baptist Graf von Edling stattete die Kirche innen aus. Er verließ die Pfarrei 1790 und hinterließ große Schulden. Der Fürstbischof entließ ihn daraufhin und setzte Johann Michael Weilhammer als Pfarrer ein. Edling trat seine Domherrnstelle in Lübeck an und starb dort verarmt 1830.

1803

Kapelle, die 1736 der schmerzhaften Mutter Gottes geweiht worden war, in westlicher Richtung des Dorfes Vierkirchen (beim heutigen Anwesen Rabl in Pasenbach), wurde niedergerissen.

1804

Pfarrer Markus Wankerl. Er baute 1815 – 1822 ein neues Schulhaus. Er wetterte gegen die Spielleidenschaft der Pfarrkinder, das Blaumachen am Montag, das nächtliche Zechen und Lärmen.

Im Dezember 1804 wurde die Pfarrei Vierkirchen in zwei Pfarreien aufgeteilt: Zu Vierkirchen gehörten nun Ebersbach, Engelbrechtsmühle, Zillhofen, Albertshof, Jedenhofen, Pasenbach, Esterhofen, Breitenwiesen, Daxberg, Rettenbach, Ober-, Mitter- und Unterwiedenhof, Ramelsbach, Biberbach, Hörgenbach, Rudelzhofen und Riedenzhofen.

Der neu errichteten Pfarrei Giebing wurden zugeteilt: Lauterbach, Kammerberg, Gramling, Bachenhausen, Viehbach und Milbertshofen.

1834

Pfarrhofbrand, bis 1837 Aufbau des jetzigen Pfarrhofes.

1867

wurde die Einöde Albertshof, die Weiler Breitenwiesen und Zillhofen in die Pfarrei Weichs umgepfarrt.

1874

gehörten zur Pfarrei Vierkirchen 1107 Katholiken und 209 Häuser.

1879

Anlässlich der 1100-Jahr-Feier des Bestehens der Pfarrei Vierkirchen im Jahre 1879 hatte der damalige Pfarrer Mathias Steinberger eine Chronik Die Pfarrei Vierkirchen herausgegeben. Die Festivitäten hatten ausschließlich geistlichen Charakter.

1897

Der Ökonomiebetrieb wurde von Pfarrer Kannreuther aufgrund „schlimmer Erfahrungen mit Dienstboten wegen Unredlichkeiten“ aufgegeben.

1919

wurde von Pfarrer Spötzl eine für die Gemeinde gestiftete Linde auf der Südseite des Friedhofs gepflanzt. Sie ist als Friedenslinde gedacht.

Über den ersten Weltkrieg berichtete Pfarrer Johann Spötzl. Demnach sollte – nachdem bereits alles Kupfer, Nickel, Aluminium und Messing abgeliefert wurde – nun auch die bronzenen Kirchenglocken zum Opfer fallen. Auch die Orgelprospektpfeifen waren zur Ablieferung bestimmt. Lediglich jene aus der Zeit vor 1830 blieben vor der Beschlagnahme verschont, so dass die Pfarrkirche, deren Orgel 1767 gebaut wurde, die Pfeifen behalten durfte. Die Glocken von Rettenbach und Pasenbach, ebenso die kleinste von Biberbach, lagen noch immer (1918) unverwendet in Dachau, woher sie eigenmächtig heimgeholt wurden. Die größte von Biberbach war bereits verschwunden.

1945

Pfarrer Andreas Brädl (1932 – 1951) beschrieb ausführlich die Ereignisse, die sich gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zugetragen hatten. Demnach kam es in der Schuhfabrik Wagner nach Kriegsende zu Plünderungen. Erste Auslandsdeutsche aus der Batschka wurden im Ort, hauptsächlich in den Gasthäusern, untergebracht. Danach folgten Deutsche aus der damaligen Tschechoslowakei.

1951

Im September 1951 verstarb Pfarrer Brädl. Nur zwei Jahre dauerte die Amtszeit seines Nachfolgers Wilhelm Pflüger. Er ließ das Ökonomiegebäude, Stall und Scheune des Pfarrhofs abbrechen. Fünf Flüchtlingsfamilien erbauten sich u.a. von diesen Steinen an der jetzigen Glonntalstraße ihre Wohnhäuser. Pflüger war durch Haft im KZ Dachau psychisch und gesundheitlich angeschlagen. Er starb 1967 in Altötting. 

1952

Weihe von zwei neuen Glocken, die im 2. Weltkrieg abgeliefert werden mussten.

1954

Am 1. April 1954 zog Pfarrer Wolfgang Lanzinger nach Vierkirchen und übernahm die Pfarrei St. Jakobus. Er wirkte 36 Jahre und verstarb überraschend am 3.01.1990.

1959

Primiz von Georg Hermann Langenegger, Augustiner Chorherrenstift Reichertsberg OÖ, Geistl Rat und Pfarrer in Erlach NÖ. Am 17. Dezember 1990 verstarb er mit 69 Jahren und wurde im Familiengrab in Vierkirchen beigesetzt.

1968

Primiz von Pater Bernhard Bossert, Redemptorist, Gars a. Inn. Er konnte am 29. April 2018 in Gars a. Inn sein goldenes Priesterjubiläum (50 J.) feiern. Am 7. Mai 2019 verstarb er mit 77 Jahren.

1979

1200-Jahr-Feier der Pfarrei Vierkirchen mit einwöchigem Festprogramm und der Herausgabe einer umfangreichen Festschrift

1989

Gründung des Pfarrverbandes Weichs-Vierkirchen. Die geistliche Leitung übernahm Pfarrer Georg Reichl, der zur Pfarrei St. Martin Weichs dann auch für die Pfarrei St. Jakobus Vierkirchen zuständig war. In seine Schaffenszeit fallen u.a. die Generalrestaurierung der Pfarrkirche St. Jakobus Vierkirchen, die 1225-Jahr-Feier der Pfarrei Vierkirchen und Einweihung der neurestaurierten Pfarrkirche mit Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger.

1998 bis 2004

Generalrestaurierung der Pfarrkirche St. Jakobus Vierkirchen

2004

1225-Jahr-Feier der Pfarrei Vierkirchen und Einweihung der neurestaurierten Pfarrkirche mit Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger; mit großem Festprogramm und der Herausgabe einer kleinen Festschrift.

2009

20 Jahre Pfarrverband Weichs-Vierkirchen. Die Zahl der Katholiken beträgt insgesamt 5.201 (Vierkirchen: 2.962 – Weichs: 2.239). Nach einem Jahr Verlängerung geht Pfarrer Georg Reichl, Dekan, (71 J.) zum 31. August 2011 in den Ruhestand.

2011 (1. Sept.)

Monsignore Pfarrer Dr. Clement Obielu (Nigeria) wird als Pfarrvikar für seelsorgliche Aufgaben im Pfarrverband Weichs-Vierkirchen angewiesen. Pfarrer Konrad Eder, Dekan (Jetzendorf) wird zum Pfarradministrator ernannt und ist in dieser Funktion bis Ende Februar 2013 tätig.

2013 (1. März)

Pfarrer Peter Dietz, Dekan, bisher Leiter des Pfarrverbandes Petershausen, wird angewiesen, den künftigen Pfarrverband Petershausen und Weichs-Vierkirchen zu leiten und zusammenzuführen. Pater Günther Stadlbauer, Weiße Väter (72 J.), wird zur Mithilfe in der Seelsorge berufen.

2014 (1. Sept.)

Eröffnung des neu erbauten Katholischen Kindergartens und Pfarrsaal in unmittelbarer Nähe zum denkmalgeschützten Pfarrhof und der wunderschönen Pfarrkirche. 

2014 (18. Okt.)

Errichtung des größten Pfarrverbandes im ländlichen Raum der Region Nord in der Erzdiözese München und Freising mit insgesamt über 8.000 Katholiken. Der Name ist: „Petershausen-Vierkirchen-Weichs“ und hat seinen Sitz in Weichs.

2016

Kaplan Simon Ruderer (32 J.) zieht in den Pfarrhof Vierkirchen ein. Sein Tätigkeitsfeld ist der Pfarrverband Petershausen-Vierkirchen-Weichs.

2018

Primiz von P. Benedikt M. Thomas Sedlmair C.O. in Rudelzhofen

Primizen:

Juli 1959: H.H. Georg Langenegger
Mai 1968: H.H. Pater Bernhard Bossert
Juli 2018: Br. Benedikt Thomas Sedlmair

Durch den Flüchtlingsstrom der Kriegs- und Nachkriegszeit kamen auch in den Landkreis Dachau immer mehr Evangelische. 1944 siedelte sich die erste evangelische Familie in Vierkirchen an. Damals gehörte sie zur evangelischen Pfarrei Dachau, die seelsorgerische und soziale Dienste übernahm.

Bereits 110 evangelische Mitbürgerinnen und Mitbürger lebten 1948 im Gemeindebereich Vierkirchen und Pasenbach. Die meisten stammten aus der Batschka. Etwa monatlich einmal wurde in einem Schulzimmer der Vierkirchner Volksschule ein Gottesdienst abgehalten. Ab dem Jahre 1955 erfolgte dann die Betreuung durch KEMMODEN. Die endgültige Umpfarrung erfolgte 1966. Kemmoden, vor ca. 170 Jahren von Siedlern aus der Pfalz (Überrheiner) gegründet, ist eine der ältesten evangelisch-lutherischen Gemeinden in Altbayern.

Die Vierkirchner Evangelischen haben stets ein reges Gemeindeleben entwickelt, u.a. durch diverse Kindergottesdienste, Frauennachmittage, Bastelabende und Seniorentreffs.

Hervorzuheben ist die gute, verständnisvolle Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchengemeinde. Den vielfältigen Aktivitäten und der beispielhaften Zusammenarbeit ist auch die Realisierung eines eigenen Gemeindehauses – Einweihung im Jahre 1978 – in Esterhofen zu verdanken. Seit langer Zeit sind somit die evangelischen Gemeindebewohner voll integriert. Ohne Zweifel sind sie eine wichtige Komponente im kirchlichen und gesellschaftspolitischen Gemeindeleben.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Vierkirchen.

Um sich alle Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau anzuschauen klicken sie bitte hier.

Schulgeschichte

Der Schulsprengel Vierkirchen war ursprünglich mit dem Pfarrsprengel vergleichbar. Im Laufe der Jahre wurden jedoch die Grenzen von Zeit zu Zeit verändert. So kamen Engelbrechtsmühle nach Indersdorf, Riedenzhofen nach Röhrmoos, Ebersbach nach Weichs, Rudelzhofen nach Röhrmoos und Hörgenbach nach Fahrenzhausen. Dies vollzog sich in den Jahren 1816 bis 1878.

Der Schulsprengel bestand damals aus folgenden Ortschaften: Vierkirchen, Biberbach, Pasenbach, Rettenbach, Esterhofen, Jedenhofen, Ramelsbach und Daxberg. Biberbach wurde 1893 abgetrennt und dort eine eigene Schule errichtet.

Ein geplanter Neubau der Schule in Vierkirchen scheiterte 1921 an den hohen Kosten. Während der Nazizeit wurden die vorderen 2 Zimmer des Schulhauses im Erdgeschoß (heutiger Standort des Rathauses) der Hitlerjugend zur Verfügung gestellt, später war das Schulhaus ein provisorischer Hauptverbandsplatz der Deutschen Wehrmacht. Deshalb wurde der Unterricht eingestellt und erst am 1.10.1945 wieder aufgenommen.

Genau 199 Schüler mussten in zwei Klassräumen unterrichtet werden. Zur Notlösung diente der Saal der Gaststätte Grieser als Unterrichtsraum.

Im Jahre 1949 wurde dann trotz vieler Kritiker unter Bürgermeister Johann Eichinger ein neues Schulhaus mit zwei Lehrsälen gebaut (heutiges Musikheim). 1959 wurde die integrierte Lehrerdienstwohnung in einen 5. Schulsaal umgebaut. Zu Beginn des Schuljahres 1965/66 musste wiederum der Saal im Gasthaus Grieser angemietet werden.

Die Schulen Vierkirchen und Biberbach wurden 1966 zusammengelegt. Sechs Jahrgänge wurden in Vierkirchen, zwei Jahrgänge in Biberbach unterrichtet. Mit Erfolg leistete die Gemeinde Petershausen Widerstand gegen den Plan der Regierung, in Vierkirchen eine Hauptschule zu errichten. Hauptschüler aus Petershausen und Röhrmoos sollten diese besuchen. Vierkirchen erhielt dann nach kontroversen Gesprächen mit der Nachbargemeinde für zwei Jahre (1969/1970, 1970/1971) eine Grundschule und eine Teilhauptschule I, Petershausen bekam eine Grundschule und eine Teilhauptschule II.

Im Schuljahr 1971/1972 wurde die heutige Verbandsschule Markt Indersdorf gebaut, die seitdem auch von den Hauptschülern der Ortschaften Vierkirchen, Petershausen, Röhrmoos und Weichs besucht wird. In diesen Orten stehen nur noch Grundschulen zur Verfügung.

Seit 1972 befasste sich der Gemeinderat intensiv mit einem Neubau der Grundschule. Als Baugrundstück wurde das ehemalige Ziegeleigelände in Esterhofen erworben. Im Mai 1978 erfolgte die schulaufsichtliche Genehmigung. Im Schuljahr 1978/1979 mussten zwei Räume im ehemaligen Schulhaus Kammerberg als Notunterrichtssäle angemietet werden. Die Fertigstellung der neuen Schule mit Mehrzweckhalle erfolgte 1980. Bereits acht Jahre später wurde die Schule erweitert.

Im Jahr 2010 wurde das Schulgebäude im Rahmen des Konjunkturpakets II der Bundesregierung energetisch saniert. Unter anderem wurde die Außenhaut (neue Fenster und Wärmeschutz) modernisiert und ein Lüftungssystem sowie eine Pelletsheizung installiert. Ebenfalls 2010 wurde der Pausenhof neu gestaltet und 2013 der Schulteich erneuert.

Der in 2017 begonnene Anbau des Kinderhorts zog auch die Neugestaltung einiger Räume im Keller der Grundschule mit sich und konnte 2018 abgeschlossen werden. Eine Solaranlage wurde angebracht und deren Nutzen den Kindern durch Workshops näher gebracht. Außerdem informiert ein Bildschirm in der Aula über die aktuelle Performance der Anlage. Die Digitalisierung steht nun generell in allen Bereichen stark im Vordergrund. So wurden alle Klassenzimmer, die Aula und der Mehrzweckraum mit Beamer, Leinwand und Dokumentenkamera ausgestattet. Zudem wurde ein Klassensatz Convertibles angeschafft und in 2019 einige IPads für Lehrkräfte und Schüler. Es wurde ein Test-Klassenzimmer mit Schallschutz ausgestattet und das Klettergerüst am Pausenhof erneuert. Umfangreiche Brandschutzmaßnahmen werden voraussichtlich in 2020 abgeschlossen sein. In Planung ist ein „grünes Klassenzimmer“ am Pausenhof. Voraussichtlich wird es aufgrund der steigenden Schülerzahl ab September 2020 auch wieder eine/n Konrektor/in an der Schule geben.

SchulleiterInnen (seit Fertigstellung Schulgebäude 1980):
Karl Hang bis 1983
Alfred Eichinger bis 1999
Maria Zierer bis 2015
Eva-Maria Schmid ab 2015

Veröffentlichungen

Das Schaudepot in der Vereins- und Kulturhalle in Pasenbach zeigt die Wägen des traditionellen Leonhardiritts sowie einige Objekte zu Verehrung des Heiligen.

Ehrenbürger der Gemeinde Vierkirchen

Stand 2019

Eintrag im Beschlussbuch der Gemeinde

vom 12. Aug. 1939 (V-1/16):

„Bürgern, die mindestes 20 Jahre ein Ehrenamt ohne Tadel verwaltet haben, können die Ehrenbezeichnung „Ehrenbürgermeister – Altbürgermeister oder Gemeindeältester verliehen werden.“

Vierkirchen, den 12. August 1939
Der 1. Bürgermeister, Josef Bestle

Ehrenbürger

Johann Spötzl

Pfarrer in Vierkirchen von 1914-1932
Anlässlich seines 25-jährigen Priesterjubiläums
Aus Beschlussbuch der Gem. Vierk. V-1/17, S. 21
vom 3. Juni 1917
Hobby: Uhren rep.

Andreas Brädl

Pfarrer und Kämmerer von 1932-1952
Zum 40-jährigen Priesterjubiläum
Verliehen am 30.06.1951

Hanns Ziegler

Landwirt und ehemaliger Bürgermeister von 1940-1945 und von 1952-1960
Zum 70. Geburtstag
Verliehen am 07.11.1958

Wolfgang Lanzinger

Pfarrer von 1954-1990
Anlässlich der 1200-Jahrfeier Vierkirchen
Am 29.06.1979

Hans Bestle

Schmied und Altbürgermeister
Von 1960-1978
Verliehen am 18.03.1991

Josef Wagner

Schuh-Fabrikant Fa. HANWAG
Zum 75. Geburtstag
Verliehen am 21.12.1996

Canisius Großmann Neuhäusler

Landwirt und Altbürgermeister
Zum 80. Geburtstag
Am 23.01.2009

Hermann Aigner

Gemeinderat
Zum 80. Geburtstag
Am 10.04.2014

Heinz Eichinger

Polizeimeister und Altbürgermeister
Zum 65. Geburtstag
Am 27.03.2015

Johann Nefzger

Gemeinderat und Vorstand Schützenverein Edelweiß e.V.

verliehen am 02.11.2018

Bürgermeister der Gemeinde Vierkirchen

Stand 2019

um 1831 Andreas Sedlmayr
um 1834 Lorenz (?) Mayr
um 1857 Perthold (Andreas Bertold; aus StAM-Akten)
um 1861 Gattinger
1863 – 1875 Mayr Lorenz (Gemeindevorsteher, aus StAM-Akten)
1876 Kugler Johann (Zinsbauer)
1876 Josef Sedlmayr (Zimmermeister?)
1876 – 1882 Josef Ettl (Herrenschneider?)
1882 – 1893 Josef Mayr (Reischl, *1845, +03.09.1931), Landwirt
1894 – 1906 Thomas Berthold (Reindl; *01.01.1858, +05.05.1936), Landwirt
1906 – 1922 Benno Sigl (Daigl; *08.11.1869, +21.11.1923), Landwirt
1922 – 1933 Michael Müller (Michemandl; *20.09.1878, +29.09.1966), Landwirt
1933 – 1940 Josef Bestle (*23.03.1881, +21.07.1940), Huf- und Wagenschmiedmeister
1940 – 1945 Hanns Ziegler (Zinsbauer, *07.11.1888, +24.02.1961), Landwirt
1945 – 1946 Michael Müller (Michemandl, *20.09.1878, +29.09.1966), Landwirt
1946 – 1952 Johann Eichinger (*11.05.1901, +07.03.1986), Schneidermeister 
1952 – 1960 Hanns Ziegler (Zinsbauer, *07.11.1888, +24.02.1961), Landwirt
1960 – 1978 Hans Bestle (*18.03.1911, +03.12.1993), Schmied
1978 – 1996 Canisius Großmann-Neuhäusler (*23.01.1929, +04.10.2010), Landwirt
1996 – 2014 Heinz Eichinger
2014 –         Harald Dirlenbach

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